Bericht zu den Plänen und ggf. Resolution des Kreistags Augsburg-Land für eine Rücknahme der Pläne der InfraGo zur Streichung von Regionalzügen zwischen Augsburg und München

Sehr geehrter Herr Landrat,
sehr geehrte Kreistagskolleginnen und -kollegen,

am 04. September 2026 und am 10. September 2026 war der Augsburger Allgemeinen Zeitung zu entnehmen, dass es einen breiten Protest gegen die Pläne der DB InfraGo gibt. Die Pläne sehen wohl vor, die Zugfrequenz in den Hauptverkehrszeiten von bislang drei bis vier auf maximal zwei Regionalzüge pro Stunde und Richtung auf der Strecke Augsburg-München zu reduzieren – ausgerechnet in den Zeiten, in denen die meisten Pendlerinnen und Pendler unterwegs sind.
Gleichzeitig sind 19 zusätzliche Fernverkehrsfahrten eingeplant. Das würde bedeuten: Der Nahverkehr aus Schwaben wird zugunsten des Fernverkehrs geopfert, obwohl es der Nahverkehr ist, den die Menschen in Mering, Augsburg und entlang der Strecke tagtäglich für den Weg zur Arbeit brauchen. Diese Planungen, auf der Strecke Augsburg–München zwölf Regionalzugverbindungen zu streichen, ist für die Menschen in unserer Region nicht hinnehmbar. Es scheint nach unseren Informationen noch nicht klar zu sein, ob dies z.B. auch Züge aus dem westlichen Landkreis betrifft, die über Augsburg nach München fahren. Selbst wenn dies nicht so wäre, entstünde wohl eine neue Umstiegssituation mit zeitlichen Verzögerungen.

Auch stehen diese Pläne in eklatantem Widerspruch zu einer im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums selbst erstellten Prognose, wonach die Achse Augsburg–München zu den sieben Bahnknoten und Linien bundesweit mit dem größten erwarteten Fahrgastzuwachs im Nahverkehr zählt. Wer eine wachsende Nachfrage mit einem schrumpfenden Angebot beantwortet, betreibt keine Verkehrswende, sondern befördert die Abwanderung auf die Straße – mit allen Folgen für Klima, Straßenbelastung und Lebensqualität in der Region.

Darüber hinaus gefährdet diese Planung den starken und stetig wachsenden Wirtschaftsraum Bayerisch-Schwaben zwischen den Zentren Augsburg (Landkreis Augsburg) und München – Pendlerinnen und Pendler, Auszubildende und Unternehmen sind auf eine verlässliche, engtaktige Schienenanbindung angewiesen. Eine Ausdünnung des Angebots gefährdet unmittelbar den Wirtschaftsstandort.

Schon jetzt sind die Regionalzüge zwischen Augsburg und München zu den Stoßzeiten überfüllt, Sitzplätze sind ab Zwischenhalten wie Mering praktisch nicht mehr zu bekommen. Mit den geplanten Kürzungen drohen Fahrgästen künftig nicht einmal mehr Stehplätze – oder der absurde Umweg, erst gegen die Fahrtrichtung nach Augsburg zu fahren, um dort in einen teureren Fernzug umzusteigen.

Die vorgelegten Pläne müssen durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) im Rahmen eines Unterrichtungsverfahrens geprüft werden. Vorab haben alle Zugangsberechtigten (z.B. Eisenbahnverkehrsunternehmen und Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs) Gelegenheit zur Stellungnahme. Dieser Prozess läuft derzeit. Deshalb ist es dringend erforderlich auf die DB InfraGo, die Bundesnetzagentur und die Aufgabenträger einzuwirken, diesen Plänen so nicht zuzustimmen. Einige schwäbische Landtagsabgeordnete und Politikerinnen und Politiker haben sich bereits an die entsprechenden Stellen gewandt. Der Kreistag des Landkreises Augsburg-Land, dessen Bürgerinnen und Bürger von dieser Maßnahme mitbetroffen sind, sollte sich unserer Meinung nach auch gegen diese Planungen wehren.

Für die Fraktion mit freundlichen Grüßen
Silvia Daßler

Fraktionsvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Kreistag Augsburg-Land

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