Ab dem neuen Jahr: Wertstofftonne statt Gelber Sack im Einsatz
Spatenstich zum Bau des ersten Umweltkompetenzzentrums in Langerringen
Im Rahmen des neuen Abfallwirtschaftskonzeptes des Landkreises Augsburg hat der Werkausschuss im Dezember 2023 die Einführung der Wertstofftonne beschlossen. Nachdem die Umstellung mit dem anstehenden Jahreswechsel zeitnah bevorsteht, werden ab November 2024 die rund 81.000 Tonnen und Container im Landkreis Augsburg ausgeliefert.
Mit der Einführung der Wertstofftonne, die ab 2025 alle zwei Wochen kostenfrei geleert wird, wird der erste Baustein des Wertstoffhofkonzeptes 2035 umgesetzt. In der Wertstofftonne können künftig neben allen Verkaufsverpackungen auch andere Haushaltsgegenstände aus Kunststoff und Metall bequem mit entsorgt werden.
Zu unserer Position zur Einführung der Wertstofftonne: „Wertstofftonne ersetzt ab 2025 den Gelben Sack“
Zuletzt entbrannte eine von der Augsburger Allgemeinen begleitete Debatte über die Größe der künftigen Wertstofftonnen. Diese empfinden ein Teil der Landkreisbürgerinnen und -bürger als zu groß und vermissen die Option, kleinere Tonnen bestellen zu können.
Die Wertstofftonne wird ausschließlich in der 240-Liter-Variante oder als 1.100-Liter-Container für Wohnanlagen bereitgestellt. Die Leerung erfolgt in beiden Fällen alle 14 Tage.
Die Größe der Wertstofftonne war nicht verhandelbar
Wir verstehen, dass insbesondere kleinere Haushalte, wie Ein- oder Zwei-Personen-Haushalte, die Größe der neuen Wertstofftonne als zu groß empfinden könnten. Bei einem erfreulich geringen Abfallaufkommen erscheint eine kleinere Tonne oft als ausreichend. Darüber hinaus könnte die Platzierung der neuen Tonne eine Herausforderung darstellen, da sie im Gegensatz zu den flexiblen Gelben Säcken eine feste Abstellfläche benötigt.
Entscheidend für die Tonnengröße: Die Größe der Wertstofftonne war nicht verhandelbar. Mit der Einführung im Landkreis Augsburg entschieden die Dualen Systeme, vertreten durch das Unternehmen Interzero, ausschließlich eine einheitliche 240-Liter-Tonne bzw. 1.100-Liter Container bereitzustellen. Auf diese Entscheidung hatte der Landkreis keinerlei Einfluss.
Wertstofftonne: eine wichtige Säule des Wertstoffhofkonzepts 2035
Über den Mehrwert der Wertstofftonne als ein Bestandteil des neuen Wertstoffhofkonzepts sind sich die Fraktionen im Kreistag mit Ausnahme von AfD und ÖDP einig. „Im Kreistag und insbesondere im Werkausschuss haben wir uns gemeinsam mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Augsburg intensiv mit dem künftigen Wertstoffhofkonzept und der Wertstofftonne auseinandergesetzt. Wie die Fraktionen von SPD, CSU und Freie Wähler ist auch unsere GRÜNE Fraktion von der Notwendigkeit und dem Mehrwert des neuen Wertstoffhofkonzeptes und der Wertstofftonne überzeugt“, so Marwin Hillenbrand.
Die Wertstofftonne ersetzt nicht nur den Gelben Sack, sondern erfasst künftig auch sogenannte stoffgleiche Nichtverpackungen aus Kunststoff und Metall. Was in die Tonne darf und was nicht, kann dem Flyer über die Einführung der Wertstofftonne des Abfallwirtschaftsbetriebs Landkreis Augsburg entnommen werden.
Außerdem lassen sich nach ökobilanziellen Berechnungen des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) durch die Einführung der Wertstofftonne im Landkreis Augsburg rund 3.000 Tonnen CO2 Äquivalente einsparen, was uns auch bei der Erreichung unserer Klimaschutzziele weiterhilft.
Ein attraktives Angebot: die Nachbarschaftstonne
Ein vielversprechendes Angebot stellt aus Sicht der GRÜNEN Fraktion zudem die Nachbarschafts-Tonnen-Regelung dar. Zwei oder drei benachbarte oder gegenüberliegende Haushalte können sich unkompliziert eine 240-Liter Tonne teilen und somit einem eventuellen geringeren Bedarf oder möglichen Platzproblemen aktiv begegnen. Die Beantragung kann (mit den Zugangsdaten im Anschreiben zur Wertstofftonne) auf der Website des AWB ist schnell und einfach in weniger als fünf Minuten erledigt werden. Der Abfallwirtschaftsbetrieb hilft gerne dabei, falls gewünscht.
„Die Nachbarschaftstonne bietet den Menschen im Landkreis eine gute Möglichkeit, ins Gespräch miteinander zu kommen, sich eine Tonne gemeinsam zu teilen und damit Platz zu sparen und einen kleinen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu leisten, denn jede geteilte Tonne führt zu weniger Stopps der Entsorgungsfahrzeuge“, so Silvia Daßler.
Spatenstich für das neue Umweltkompetenzzentrums in Langerringen
Am 10. Oktober fand der Spatenstich für das Umweltkompetenzzentrum im dem an Schwabmünchen angrenzenden Gewerbegebiet von Langerringen statt, zu dem Landrat Martin Sailer eingeladen hatte. Für die GRÜNE Fraktion waren Fraktionsvorsitzende Silvia Daßler, sowie die Fraktionsmitglieder Ursula Reichenmiller-Thoma und Margit Stapf vor Ort mit dabei.


Mit dem ersten Neubau im Rahmen des neuen Wertstoffhofkonzepts wird in Langerringen auf dem Gelände ein Wertstoffhof mit Problemmüllannahme, der Betriebssitz des Abfallwirtschafsbetriebs des Landkreises Augsburg sowie ein Umweltbildungszentrum errichtet. Dieser erste Wertstoffhof des neuen Konzepts soll im Frühjahr 2026 in Betrieb genommen werden.
„Mit dem heutigen Spatenstich legen wir den Grundstein für ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Konzept der Abfallwirtschaft im Landkreis Augsburg. Mit dem Informationszentrum für Schulkassen verbinden wir dies zudem mit einem wertvollen Ort zur anschaulichen Wissensvermittlung über das System der Abfallverwertung, Abfallreduzierung, Ressourcenschonung u.v.m.“, äußerte sich Silvia Daßler anlässlich des Spatenstichs.
„Für die Bürgerinnen und Bürger ergibt sich der klare Vorteil, dass die Wertstoffhöfe an fünf Tagen die Woche offen haben. Somit muss zuhause kein Depot mehr irgendwo in der Wohnung oder im Haus angelegt werden für Wertstoffe und Problemabfälle bis zum nächsten Öffnungstag oder des halbjährlichen Problemmüllsammeltags. Man kann vieles in der Wertstofftonne entsorgen und muss nicht mehr zum Wertstoffhof fahren und, wenn das Wertstoffhofkonzept umgesetzt ist, kann man alles andere entsorgen, wenn man eh unterwegs ist,“ so Ursula Reichenmiller-Thoma.
Wertstoffhöfe „Vollsortiment plus“ und Wertstoffhöfe „Vollsortiment“
Am Wertstoffhof „Vollsortiment plus“ in Langerringen können die Wertstoff-Fraktionen PPK, Schrott, Möbelaltholz, Sperrmüll, Elektrogeräte, Hartkunststoffe, Flachglas, Kork, PUR-Schaumdosen, Batterien, Altspeisefette, Druckerpatronen, Tonerkartuschen und CDs mitsamt kostenpflichtigen Fraktionen (z. B. Bauschutt, Mehrmengen Sperrmüll, Altholz Klasse VI, Feuerlöscher etc.) abgegeben werden. Zusätzlich ist an jedem „Vollsortiment plus“ Wertstoffhof eine stationäre Problemmüllannahme geplant.
Die Wertstoffhöfe „Vollsortiment“ dienen der Entlastung der Wertstoffhöfe Vollsortiment plus. An den Wertstoffhöfen „Vollsortiment“ wird es ein eingeschränktes Annahmespektrum geben. Künftig können auf den „Vollsortiment“-Wertstoffhöfen alle kostenfreien Fraktionen außer Elektrogeräte abgegeben werden.
Marwin Hillenbrand Silvia Daßler Ursula Reichenmiller-Thoma
Alle Infos zur Wertstofftonne: