Standortentscheidung über ein weiteres Gymnasium im Landkreis Augsburg

Sehr geehrter Herr Landrat,

unserer Fraktion liegt daran, eine Standortentscheidung aufgrund einer möglichst objektiven Abwägung der Vorteile der einzelnen Standorte für den Landkreis und die Schülerinnen und Schüler zu treffen.
Ein „Schlechtreden” einzelner Standorte wird einer solchen Abwägung nicht gerecht.
Unsere Fraktion hat sich, wie sicherlich auch die anderen Fraktionen des Kreistages, intensiv mit der Standortfrage für ein weiteres Gymnasium im Landkreis Augsburg auseinandergesetzt. Im Laufe der Diskussion und Auseinandersetzung mit dem vorliegenden Gutachten und auch aufgrund verschiedener Berichterstattungen und Meinungsäußerungen in der Presse, sind für uns einige neue Überlegungen, Befürchtungen und Fragen aufgetaucht, um deren Klärung wir möglichst vor oder zur Kreistagssitzung bitten.

1. Befürchtung der Schulleitung des Neusässer Gymnasiums, dass das Neusässer Gymnasium bei einer Standortentscheidung für Diedorf „ausgehöhlt” wird.
In der AZ vom 16. Juli äußert die Schulleitung die Befürchtung, dass ein Standort Diedorf den Standort Neusäß aushöhlen werde und es „Gespräche” gäbe, dass 10 bis 20 Räume des Gymnasiums für die benachbarte FOS im beruflichen Schulzentrum abgegeben werden sollen.
Des weiteren wurde geäußert, „dass der Landkreis möglichst viel Geld (auf Kosten des Gymnasiums) bei der FOS (Neubau, Sanierung des beruflichen Schulzentrums) sparen möchte, die dringend Klassenzimmer benötige.
Wir möchten daher wissen
ob es solche Gespräche gibt und wenn ja, zwischen wem?
wird bei der Berechnung des Raumbedarfs des beruflichen Schulzentrums die Raumsituation des Neusässer Gymnasiums mit einbezogen und wenn ja, in welcher Form?

Unserer Meinung nach muss die Planung für das berufliche Schulzentrum Neusäß unabhängig von der Standortentscheidung für ein neues Gymnasium erfolgen. Das Neusässer Gymnasium leidet seit langem unter Raumnot, Fachräume wurden zu Klassenzimmern, Räume, die für die Klassenstärke viel zu klein sind müssen als Unterrichtsräume herhalten, das G-8 erfordert mehr Raumkapazitäten und sollten, wie von allen gefordert, endlich kleinere Klassengrößen angesetzt werden, benötigt man ebenfalls mehr Räume.
Eine mögliche Entlastung des Neusässer Gymnasiums sollte gerade dazu führen, die Raumnot zu beheben, Fachräume wieder zu Fachräumen zu machen und möglichst jeder Klasse ein Klassenzimmer zuteilen zu können.

2. Eignung der angebotenen Grundstücke für eine „Schulbebauung”
Von allen möglichen Seiten werden zu Recht oder auch zu Unrecht bestimmte Grundstücke in ihrer Eignung für eine „Schulbebauung” in Frage gestellt. Da unsere Fraktion hierzu keine Einschätzung treffen kann, bitten wir die Verwaltung folgende Fragen zu klären und uns über die Ergebnisse noch vor oder während der Kreistagssitzung in Kenntnis zu setzen.
Wir möchten gerne wissen
Wie ist die Hochwasser- bzw. Grundwassersituation bei Grundstück „C” in Diedorf?
Gehört Grundstück „C” zu den Überschwemmungsgefährdeten Gebieten in Bayern (Katasterkarte)?
Wie ist die Altlastensituation (Munitionsrückstände) bei den Grundstücken in Stadtbergen?

Mit freundlichem Gruß

Ursula Jung Fraktionsvorsitzende Paul Reisbacher 1. Stellvertreter
Hannes Grönninger 2. Stellvertreter
Silvia Daßler
Joachim Schoner
Eva Rößner

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