GRÜNE: Kleine und mühsame Schritte auf dem Weg zu einem attraktiveren ÖPNV
Die Fortschreibung des „Nahverkehrsplan 2015plus“ des Augsburger Verkehrsverbundes stellt aus der Sicht der GRÜNEN Fraktionen im Stadtrat Augsburg und im Kreistag Augsburg ein minimales Vorankommen beim Bemühen dar den Individualverkehr auf den öffentlichen Nahverkehr umzulenken. Schließlich soll nach dem gemeinsam beschlossenen Regionalen Klimaschutzkonzept im Bereich des Verkehrs der Kohlendioxidausstoß um 28 Prozent verringert werden. Dies erfordert nach Ansicht der GRÜNEN in Stadt und Landkreis eine stärkere Anstrengung.

Positiv hervor hob Kreisrat Joachim Schoner bei der Verabschiedung des Nahverkehrsplanes im Kreistag, dass die Lücken auf den Bushauptverbindungslinien geschlossen werden und hier künftig mindestens ein Stundentakt gefahren wird. Auch positiv zu bewerten ist die Busbedienungsverlängerung um eine Stunde am Abend bis 21 Uhr.
Weit entfernt ist man jedoch von Zielformulierungen, wie sie bei einer Informationsfahrt des Kreistages in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar erfahren wurden. Dort sagte der Landrat von Kusel jede Ansiedlung ab 20 Einwohnern solle mit sechs Buspaaren am Tag bedient werden. In den Stauden gibt es Ortschaften mit 300 bis 500 Einwohnern, die hiervon nur träumen könnten. Einen besseren Anschluss an den ÖPNV in den von Hauptbuslinien abgelegenen Ortschaften erhoffen sich die GRÜNEN von einer flexiblen Busbedienung im Staudengebiet für die sich Kreisrat Schoner in der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes stark gemacht hat.
Für die Grünen in der Stadt und im Landkreis ist besonders erfreulich, dass die Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 von der Zielplanung in die Ausführungsplanung übernommen wurde. „Dies war eine kluge Entscheidung und bedeutet, dass die Maßnahme zeitnah umgesetzt werden kann, sobald die Rahmenbedingungen dafür geklärt sind“, so Ursula Jung, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag und 3. Bürgermeisterin von Königsbrunn.

Jetzt muss bald eine Einigung über die Kostenaufteilung gefunden werden, damit der nächste Schritt in Richtung Realisierung getan werden kann. Für Königsbrunn als größte Stadt im Landkreis mit dem dichtest besiedelten Gebiet im Verkehrsverbund ist die Anbindung durch eine Straßenbahn für die weitere Entwicklung von wesentlicher Bedeutung.

Für die Stadt Augsburg ist positiv zu bewerten, dass die Tramlinie durch die Maximilianstraße im Ausführungsnetz bleibt und die Verlängerung der Linie 1 bis nördlich der Mühlhauser Straße neu aufgenommen wurde. Stephanie Schuhknecht, Stadträtin und wirtschaftspolitische Sprecherin: „Im Nordosten der Stadt, also im nördlichen Lechhausen und der Hammerschmiede, haben wir noch viele ungenutzte Potentiale für den ÖPNV, die wir mit der Verlängerung der Linie 1 heben können.
Wir begrüßen außerdem ausdrücklich, dass die Stadtwerke schon einige Verbesserungen umgesetzt haben, die erst jetzt im Nahverkehrsplan festgeschrieben wurden: so wurde der abendliche Takt der Straßenbahnen verdichtet und auch der Takt der Linie 33.“ Verbesserungsbedarf sehen die Augsburger Grünen vor allem noch in den Nachtstunden. „In einer wachsenden Großstadt wie Augsburg sollte es zu jeder Tages- und Nachtzeit irgendwie möglich sein mit dem ÖPNV nach Hause zu kommen. Eine Ausweitung des Nachtbusangebots auch auf die Wochentage wäre hier der richtige und konsequente Schritt“, so Stephanie Schuhknecht weiter.