Gundremmingen abschalten

Die Kreistagsfraktion tritt für eine nachhaltige Energiewirtschaft im Landkreis ein und zwar ohne Atomkraft. Wir fordern: Gunderemmingen abschalten – keine Verlängerung bis 2021 für Block C:

Stellungnahme zur Resolution für ein nachhaltiges Energiekonzept im Landkreis Augsburg

AtomkraftgegnerInnen, die in der Vergangenheit immer wieder als ahnungslose HysterikerInnen abgestempelt wurden, erscheinen angesichts der erneuten Katastrophe in Fukoshima plötzlich wieder als RechthaberInnen.

Doch in der gedankenlosen Haltung gegenüber von Mensch und Natur kann man keinen Triumph erleben sondern es beschleicht einen das traurige Gefühl der Bestätigung. Mit jedem Liter radioaktiv verseuchtem Kühlwasser, das in Fukoshima ins Meer fließt, mit jedem Quadratmeter Boden, der auf Menschengedenken hinaus verseucht wird, wird die Traurigkeit größer und gleichzeitig steigt die Wut über eine jahrelange falsche Energiepolitik.

Klimaschutz:

Eine Katastrophe wie Fukoshima muss Konsequenzen für unsere Energiepolitik haben. Der Umbau unserer Energiepolitik muss beschleunigt werden. Das Umweltbundesamt hat uns in unserer Auffassung bestärkt und ebenfalls ausgerechnet, dass der Atomausstieg unter Wahrung der Energiesicherheit und der Klimaschutzziele bis 2017 möglich ist.

Gundremmingen:

Gundremmingen ist ein Sicherheitsrisiko. 1984 in Betrieb genommen ist es ein AKW mit einem Siedewasserreaktor vom gleichen Typus wie in Fukoshima. Das gefährliche Abklingbecken liegt, wie in Japan außerhalb des Containments. Über den Abklingbecken befindet sich nur die Gebäudehülle.

Seit in Betriebnahme gab es über 200 meldepflichtige Ereignisse. Was schon viele vergessen haben: Der Block A havarierte 1977 nach nur 11 Betriebsjahren zu einem Totalschaden.

Zwischenlager:

Im vergangenen Jahr hat sich Die Zahl der Behälter im Zwischenlager um weitere 6 auf jetzt 31 erhöht. Tag für Tag wird dort weiterhin hochradioaktiver Müll produziert, für den es keine Endlagerung gibt. Der in Gundremmingen produzierte Atommüll muss etwa 1.000.000 Jahre sicher isoliert werden.

Jeder logisch denkende Mensch beseitigt Gefahrenquellen, wenn es brenzlig wird. Infolge dessen muss auch die umweltverseuchende Produktion von Plutonium ein sofortiges Ende haben.

Evakuierung:

Evakuierungsstufe 3 betrifft im Umkreis von 25 km – 222.083 Menschen.

Maximal 22.000 könnten in Schwaben gesundheitlich behandelt werden.

Verträge:

Im Juni 2000 wurde die Vereinbarung der damaligen rot-grünen Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen zum geordneten Ausstieg aus der Atomkraft unterzeichnet. Darin war die Stilllegung aller Atomkraftwerke bis 2022 geregelt.

Gleichzeitig wollte man alles tun, den Wirtschaftsstandort Deutschland energiewirtschaftlich zu sichern. Der Vertrag dazu wurde 2002 unterzeichnet.

Preiswirtschaft:

Was haben die Atomriesen in den vergangen zehn Jahren für den von ihnen unterzeichneten Atomausstieg getan? – Nichts.

In dieser Zeit stieg der Strompreis von ca. 14 ct /kWh auf etwa 25 ct/kWh. Das sind 79 % Steigerung. Im selben Zeitraum erzielten die Stromkonzerne einen Reingewinn von 220 Mrd. Euro. Damit hat man sich wohl an ausländischen AKW’s beteiligt aber nichts investiert in erneuerbare Energien, keine Investitionen in die Zukunft. (Nur Geld eingeschoben)

Und zur Belohnung gab es 2010 eine Laufzeitverlängerung.

Eine Belohnung für verantwortungsloses Handeln.

Erneuerbare Energien:

Mit dem Ausbau von regionaler Energiegewinnung, von Windkraftwerken usw.. würde man sich gleichzeitig ein sagenumwobenes, millionenteures Hochspannungsnetz ersparen, die Energie würde vor Ort erzeugt und direkt bei den Verbrauchern ankommen und langfristig wäre sogar mit einer Strompreissenkung zu rechnen.

100 % erneuerbar, das muss unser Ziel sein. Dass das geht, hat der Sachverständigenrat in seinem Gutachten bestätigt.

„Christ sein heißt: Verantwortung für die Schöpfung übernehmen”.

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