Sehr geehrter Herr Landrat
Eine Wohnung zu haben ist ein Grundbedürfnis und Voraussetzung für soziale Integration und Teilhabe, für Arbeit und Zukunftsperspektive. Ausreichend Wohnraum gerade im Bereich preisgünstiger Mieten ist auch in unserer Region Mangelware. Geringverdienende, Familien mit Kindern, Alleinerziehende, Menschen mit besonderen Bedürfnissen haben es schwer, eine für sie bezahlbare Wohnung zu finden.
Um dieses Problem zu lösen müssen verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. Eine davon ist der Neubau von preisgünstigem Wohnraum (sozialgebundener Wohnraum – Wohnraumförderung). Die Wohnungsbau GmbH für den Landkreis Augsburg ist ein wichtiger Akteur des Landkreises im Bereich des Wohnungsbaus.
Dem Geschäftsbericht der Wohnungsbau GmbH für den Landkreis Augsburg (WBL) aus dem Jahren 2016 lässt sich entnehmen, dass trotz Bautätigkeit der Bestand an eigenen Wohnungen zurückgegangen ist: So betrug laut Geschäftsbericht 2016 der Bestand an eigenen Mietwohnungen am 31.12.2015 4.795 Wohneinheiten und am 31.12.2016 4.753 Wohneinheiten.
Dies ist ein Rückgang von 42 Wohneinheiten. Der Abgang von Wohnungen konnte also durch Neubau nicht ausgeglichen werden, geschweige denn, dass mehr Wohnungen im Bestand dazu gekommen sind.
40 neue Wohnungen im Jahr zu bauen (AZ vom 21.01.2014) kann nicht ausreichend sein, wenn im gleichen Zeitraum doppelt so viele Wohnungen „abgehen“.
Nachdem „ausreichend Wohnraum für benachteiligte Bevölkerungsgruppen“ ein drängendes sozialpolitisches Thema auch für unseren Landkreis darstellt, stellt unsere Fraktion folgenden Antrag:
1. Die Geschäftsführung der WBL legt den Mitgliedern des Kreistages dar, wie sich die Wohnungsmarktsituation im Landkreis aktuell darstellt und wie sich der Bestand an sozialgebundenem Wohnraum in den letzten 10 Jahren entwickelt hat.
2. Die Geschäftsführung der WBL erläutert ihre Strategie mit der sie einen wesentlichen Beitrag zur Schaffung von mehr preisgünstigem Wohnraum leistet oder leisten könnte und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit die WBL diese Strategie auch umsetzen kann.
Mit freundlichen Grüßen
Silvia Daßler, Fraktionsvorsitzende