Sehr geehrter Herr Landrat,
im Vorfeld zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans darf ich Ihnen unsere Anregungen und Vorschläge mitteilen, die unbedingt geprüft werden bzw. mit einfließen sollten.
Schwachstellen beseitigen:
Der Sprechfunkverkehr muss verbessert und ausgebaut werden. Vor allem Verspätungen müssen dem Anschlussverkehr mitgeteilt werden (können).
Der ländliche Raum muss besser angebunden, die Vertaktung aktualisiert werden.
Erschließung und Bedienstandards verbessern. Bedienstandards wie z.B. Landkreis Kusel ab 20 Einwohner 8 Fahrtenpaare, hierzu wäre der Ausbau des Anrufsammeltaxis erforderlich. Unser Vorschlag wäre 20 Einw. 8 Fahrtenpaare, 500 Einw. 12 Fahrtenpaare, 1000 Einwohner Stundentakt tagsüber, mit zusätzlicher Spätverbindung und Nachtbus.
Zubringerbusse anpassen, Anschlusssicherung (z. B. Anschlüsse Gessertshausen)
Tarife:
Tarifsystem überarbeiten und Umgestaltung der Fahrpreise. (Es kann nicht angehen, dass man für eine Monatskarte z.B. über 100 Euro zahlt und nur 6 bis 10 Verbindungen hat und die Monatskarte von Gessertshausen mit über 60 Verbindungen 65 Euro kostet.)
Tarife auf häufige und gelegentliche Nutzung prüfen und ggf. Änderungen vornehmen.
Tarife für Personengruppen (z. B. Mitfahr-, Senioren- oder Sozialticket) attraktiver gestalten.
Aus Planungsansatz bzw. Zielnetz aus NVP 2006-2011 in Ausführungsnetz übernehmen:
Realisierung des Viertelstunden-Taktes Meitingen-Augsburg-Gessertshausen (Zielnetz Anlage 12.1)
Errichtung der Haltepunkte Vogelsang und Hirblinger Straße mit dazugehöriger und Infrastruktur incl. dreigleisiger Abschnitte (Zielnetz Anlage 12.1).
Linie 3: Verlängerung nach Königsbrunn (Zielnetz Anlage 12.2).
Qualitätsstandards sind Voraussetzung um die Auslastung zu erhöhen, daher müssen unbedingt derzeitige Schwachstellen beseitigt werden.
Die derzeitigen Fahrgastzahlen sind genau zu recherchieren vor allem im Bereich der Brechungen. Hier sind an einigen Orten erhebliche Verschlechterungen eingetreten (Gersthofen wird 1 x und in Köngisbrunn 2 x gebrochen). Das Brechungskonzept ist zu überprüfen.
Schülerverkehre sind grundsätzlich mit einzubeziehen, verstärkt im Umland. Dadurch kann auch die Wirtschaftlichkeit verbessert werden.
Die Verlängerung der Linie 3 bescheinigt, lt. Kosten-Nutzenanalyse, eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Reduzierung des Defizits für die Stadtwerke Augsburg sowie für den AVV. Die Realisierung ist daher geboten.
Unsere Fraktion wird sich in einer ihrer nächsten Fraktionssitzungen mit der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes befassen. Weitere Vorschläge können dann folgen.
Mit freundlichem Gruß
Ursula Jung